Kritik zum Tanztheater "Das Café" im Orpheum Graz am 14.3.2010

Kleine Zeitung, Dienstag 16.3.2010

 


Wir tanzen Tango

Interview mit Steiermark 1 TV
Stadt-Gespräch mit Anastasia Ferrer und Mihael Pečnik
Moderation: Gregor Withalm

Interview hier anhören.

 


Anastasia Ferrer als artface im Juni 2009 auf kultursteiermark.at

Tango verbindet
Die Deutsch-Russin Anastasia Ferrer bereichert die Grazer Tanzlandschaft mit lateinamerikanischem Temperament

Politik, Kultur, Revolte, Leidenschaft, Erotik - es gibt keine Geschichte, die die Tänzerin Anastasia Ferrer nicht durch den Tango erzählt. Dabei begann der Weg der Deutschen mit russischer Abstammung mit einer ganz klassischen Tanzausbildung. Aber bereits mit sechs Jahren reüssierte sie parallel zur Ballettausbildung bei internationalen Blockflötenwettbewerben und am Klavier. Später stieg die junge Künstlerin zwar auf Cello um, die Begeisterung fürs Tanzen blieb aber ungebrochen. Einem dreijährigen Studium bei Nikita Gsovsky an seinem russisch-akademischen Ballettinternat folgte eine fünfjährige Ausbildung an der königlichen Tanzakademie Brabant in Tilburg (NL) mit dem Hauptfach Ausdruckstanz.

Hier lernte Anastasia Ferrer die Musik von Astor Piazzolla kennen, deren Rhythmik und dramatisches Mittel sie 1990 zur Solochoreografie ihrer Abschlussprüfung inspirierten. „Ich empfand sofort eine Affinität zu dieser ausdrucksstarken Musik, dieser Verbindung von Jazz und Klassik mit Tango. Das berührte mich. Ich sah Tango nicht ausschließlich als Paartanz - ganz im Gegenteil. Es ist etwas, das mich tief in der Seele selbst in Bewegung setzt", schildert Anastasia Ferrer. Beim Paartanz dagegen spielt auch die Erotik eine wichtige Rolle. „Unsere eigene Erotik gehört auch dazu. Der Tango lehrt uns, uns anzunehmen, wie wir sind. Erotik ist unser Motor, unsere Lebensenergie."

Wichtig war für sie auch Luigi Zola, der maßgeblich an der Verbreitung des tango argentino in Europa beteiligt war. 1991 startete sie zusammen mit ihm in Belgien und in den Niederlanden ihre internationale professionelle Karriere als Tänzerin und Choreografin des tango argentino und des Ausdruckstanzes. Sie profilierte sich seitdem in Eigenproduktionen des Tangotanztheaters mit ihrer eigenen Tanzcompanie company anastasia ferrer an diversen Bühnen Europas und im Fernsehen.

Das vollständige Interview lesen sie auf kultursteiermark.at

 


Graz: Teatro-Tanztheater geht über Klischeegrenzen hinaus
Der Tango ist mehr als Erotik

Den Tangotanz im dritten Jahrtausend wollen Anastasia Ferrer und Mihael Pečnik in der Steiermark etablieren. Jenseits von Klischees und Genregrenzen untersuchen sie das Zeitgenössische im Tango und lassen an diesem Prozess auch Amateure teilhaben.

Der getanzte Ausdruck von Erotik haftet dem Tango in unseren Gefilden an. Über dieses Klischee hinaus, das durchaus seine Berechtigung hat, werden darin aber - gerade im Ursprungsland Argentinien - auch Sozial- und Gesellschaftskritik künstlerisch verarbeitet. Diesen Aspekt wollen auch Anastasia Ferrer und ihr Partner Mihael Pečnik mit ihrem Teatro-Tanztheater betonen, den Tango als modernen, lebendigen Tanz präsentieren.

Auch das erste gemeinsame Projekt wird dementsprechend "Tango" heißen. Nicht nur Profis wie Eugen Turba und Luigi Zola werden darin eingebunden sein, auch Amateure sind aufgefordert mitzumachen. Bis 28. Februar kann man sich für Workshops melden, die besten Teilnehmer spielen im Stück mit! Musikalisch ausgemalt wird das Stück übrigens von den hochklassigen Musikern des Ensembles Tangente. Zu sehen ist "Tango" am 26. und 28.4. im Grazer Orpheum. Infos zu den Workshops finden Sie auf www.teatro-tanztheater.at.

Christoph Hartner, Kronen-Zeitung, Mittwoch, 18. Februar 2009.

 


© Teatro-Tanztheater, Anastasia Ferrer & Mihael Pečnik